
Daten aus Kliniken in der ganzen Welt, an denen Halitosis behandelt wird, zeigen, dass die Hauptursache für Mundgeruch bakterieller Zungenbelag ist. Durch Maßnahmen zur Mundhygiene (einschließlich Zungenreinigung) und die Verwendung von Antiseptika können Patienten dieses Problem in den Griff bekommen. Jedoch muss auch die zugrunde liegende Ursache für die Entwicklung von Zungenbelag berücksichtigt werden. Daher muss eine angemessene Diagnose auch immer der Quelle der geruchsbildenden Substanzen und der potenziellen Ursache ihres Vorhandenseins nachgehen.
Der erste Schritt des Diagnoseverfahrens bei Halitosis besteht darin, zwischen Personen mit und ohne Mundgeruch zu unterscheiden. Wird Geruch festgestellt, muss im zweiten Schritt die Ursache ermittelt werden. Hierzu wurden bereits mehrere organoleptische Techniken und die Verwendung von Sulfidmonitoren empfohlen. Sowohl der Einsatz von Instrumenten als auch organoleptische Maßnahmen setzen jedoch ein gewisses Maß an Training und Erfahrung voraus und können daher einen praktischen Zahnarzt ohne besondere Ausbildung in der Halitosisdiagnostik überfordern. Aus diesem Grunde empfehlen wir für die zahnmedizinische Praxis die Verwendung einer sehr einfachen organoleptischen Skala, die auf dem Prinzip beruht, die Intensität des Mundgeruchs anhand der Distanz zwischen Patient und Studienarzt zu bestimmen. Bereits vorliegende Daten zeigen, dass die Skala reproduzierbare Ergebnisse ermöglicht und eventuell für praktische Zahnärzte zu empfehlen ist. |